Kieferfehlstellungen

brothag-miesbach-rundgang-27Aus diversen Gründen können Kiefer-Fehlstellungen entstehen. Die nachfolgend erläuterten Fehlbisse (Dysgnathien) können einzeln oder in Kombinationen auftreten.

Regelbiss

Die Zähne des Ober- und Unterkiefers sind gut miteinander verzahnt.
Die unteren Zähne beißen ca. nur 1-2 mm hinter die Oberen und es haben dabei alle Zähne Kontakt.

Rückbiss

Dies ist Form des Fehlbisses kommt am häufigsten vor. Hierbei liegt der Unterkiefer zu weit hinten, so dass es eine größere Stufe zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen entsteht.

Mögliche Folgen:

  • Tiefer Biss: Die  unteren Schneidezähne wachsen in den Gaumen und verletzen die Gaumenschleimhaut.
  • Verletzung: Das Verletzungsrisiko für die Schneidezähne (z.B. beim Sport) ist sehr groß, da die Lippe nicht mehr schützend über den Zähnen liegt und die Unterkieferzähne nicht zusätzlich abstützen können.
  • Engstand: Die Zahnbögen kollabieren, weil Sie nicht miteinander abgestützt sind.
  • Zwangsbiss/Kiefergelenk: Durch den Engstand oder durch verschachtelt stehende Zähne kann das Kiefergelenk zu stark belastet werden. Es kommt zum Knacken oder zu der gefürchteten Kieferklemme oder –sperre mit erheblichen Schmerzen.
  • Abnutzung der Zähne: Da die Zähne nicht sauber ineinander greifen, findet eine übermäßige Abnutzung der Zähne statt. Es ist nicht unüblich, das man bei jungen Erwachsenen stark abgekaute Zahnkronen sieht.
Deckbiss

Der Deckbiss ist eine besondere Art des Rückbisses. Hierbei kippen typischerweise ein Teil der Oberkiefer – Frontzähne nach hinten und der andere Teil nach vorne.

Mögliche Folgen:

  • Tiefer Biss: Die Unterkiefer-Schneidezähne wachsen in den Gaumen und verletzen die Gaumenschleimhaut. Verletzung: Das Verletzungsrisiko für die nach vorne stehenden Schneidezähne (z.B. beim Sport) ist sehr groß, da die Lippe nicht mehr schützend über den Zähnen liegt und die Unterkieferzähne nicht zusätzlich abstützen können.
  • Engstand: Die Zahnbögen kollabieren, weil Sie nicht miteinander abgestützt sind.
  • Zwangsbiss/Kiefergelenk: Durch den Anteil der zurückgekippten Frontzähne kommt es zu einem Zwangsbiss, da der Unterkiefer beim Zusammenbeißen weiter nach hinten geführt wird. Es kommt zu einer Überbelastung des Kiefergelenkes und zum Knacken oder zu der gefürchteten Kieferklemme oder –sperre mit erheblichen Schmerzen.
  • Abnutzung der Zähne: Da die Zähne nicht sauber ineinander greifen, findet eine übermäßige Abnutzung der Zähne statt. Es ist nicht unüblich, das man bei jungen Erwachsenen stark abgekaute Zahnkronen an den zurückgekippten Frontzähnen sieht.
Vorbiss

Der Vorbiss ist eine etwas seltenere Form des Fehlbisses. Hier beißt der zu weit Unterkiefer vor den Oberkiefer. Manchmal beißen hier die Schneidezähne mit den Kanten aufeinander oder sogar im sog. Kreuzbiss umgekehrt hintereinander.

Mögliche Folgen:

  • Kreuzbiss: Die Frontzähne beißen mit den Kanten aufeinander und nutzen sich erheblich ab oder beißen sogar umgekehrt aneinander vorbei. Diese Form des Fehlbisses führt zu einer extrem schnellen Abnutzung von Zahnsubstanz.
  • Zwangsbiss/Kiefergelenk: Durch den Vorbiss wird der Unterkiefer gezwungen, weiter nach vorne zu beißen. Das kann zu einer Überbelastung des Kiefergelenkes führen (z.B. Hypermobilität), es kommt zum Knacken oder zu erheblichen Schmerzen.
  • Lücken: Es kommt oft zu Lückenbildung in den Zahnreihen.
  • Abnutzung der Zähne: Da die Zähne nicht sauber ineinander greifen, findet eine übermäßige Abnutzung der Zähne statt. Es ist nicht unüblich, das man bei jungen Erwachsenen stark abgekaute Zahnkronen sieht.
  • Tiefer Biss: Die Unterkiefer-Schneidezähne überdecken die Oberkieferzähne beim Zusammenbeissen. Es kommt zu Verletzungen des Zahnfleisches.
Kreuzbiss

Bei einem seitlichen Kreuzbiss beißen die Unterkieferbackenzähne über die Oberkieferbackenzähne. Der Kreuzbiss kann einseitig oder auch auf beiden Seiten vorkommen, oder sogar an den Frontzähnen (siehe Vorbiss).

Mögliche Folgen:

  • Schiefes Gesicht: Ein einseitiger Kreuzbiss führt unbehandelt über die Jahre zu einer wachstumsbedingten Abweichung des Unterkiefers zur Kreuzbissseite hin. Die Zahnbogenmitten weichen voneinander ab.
  • Abnutzung der Zähne: Da die Zähne nicht sauber ineinander greifen, findet eine übermäßige Abnutzung der Zähne statt. Es ist nicht unüblich, das man bei jungen Erwachsenen stark abgekaute Zahnkronen sieht.
  • Zwangsbiss/Kiefergelenk: Durch den einseitigen Kreuzbiss wird der Unterkiefer gezwungen, in eine Richtung zu beißen. Das kann zu einer Überbelastung des entsprechenden oder des gegenüberliegenden Kiefergelenkes führen (z.B. Hypermobilität), es kommt zum Knacken oder zu erheblichen Schmerzen.
Offener Biss

Bei einem offenen Biss in der Front haben die Schneidezähne selbst im zusammengebissenen Zustand keinen Kontakt zueinander. Bei extremen Formen berühren sich nur die hintersten Backenzähne beim Beißen.

Mögliche Folgen:

  • Langes Untergesicht: Durch das vertikale Wachstum des unterkiefers kann es zu einem lang erscheinenden Gesicht kommen.
  • Abnutzung der Zähne: Da nur wenige Zähne Kontakt zueinander haben, findet eine übermäßige Abnutzung dieser Zähne statt. Es ist nicht unüblich, das man bei jungen Erwachsenen stark abgekaute Zahnkronen sieht.
  • Kiefergelenkbeschwerden: Dadurch, dass nur wenige Zähne am Kauen teilnehmen, muss das Kiefergelenk sehr viel Kaukräfte abfangen. Es kommt bei unbehandelten offenen Bissen sehr häufig zu Kiefergelenkbeschwerden.
  • Keine Abbeißfunktion: Das Abbeißen z.B. eines Salatblattes oder einer dünnen Scheibe Schinken ist diesen Patienten nicht möglich. Die Kauleistung ist erheblich herabgesetzt.
Protrusion

Die bialveoläre Protrusion beschreibt das „Herauskippen“ der Frontzähne nach vorne. Hier müssen entweder die Backenzähne nach hinten bewegt werden um die Frontzähne zurück in den Kieferknochenzu bekommen, oder sogar gesunde Zähne gezogen werden. Im Erwachsenenalter beginnt diese Zahnbewegung häufig plötzlich bei einer Parodontitis (Entzündung des Zahnfleisches mit Knochenrückgang).

Mögliche Folgen:

  • Lücken: Es kommt oft zu Lückenbildung in den Zahnreihen. Zannfleischrückgang: Da die Zähne aus dem Knochen herauswandern, kommt es mit den Jahren zu sehr ausgeprägtem Zahnfleischrückgang.
Engstand

Bei einem Engstand verschachteln sich die Frontzähne ineinander, teilweise so erheblich, das Zähne fast hinereinander stehen.

Mögliche Folgen:

  • Erhöhte Kariesbildung: Da die Zähne nur sehr schlecht gepflegt werden können, kommt es sehr häufig zu Karies oder zumindest Zahnfleischentzündungen und Verfärbungen der Zähne.
  • Zahnfleischrückgang: Da die Zähne aus dem Knochen herauswandern, kommt es mit den Jahren an einzelnen Zähnen zu sehr ausgeprägtem Zahnfleischrückgang.
  • Abnutzung der Zähne: Da die Zähne nicht sauber ineinander greifen, findet eine übermäßige Abnutzung der Zähne statt.
Lücken

Lückige Zähne beeinträchtigen das Aussehen oft erheblich. Lücken durch Zahnverlust sollten schnell mit einer Brücke oder einem Implantat versorgt werden, da die Nachbarzähne in die Lücke hineinkippen und eine weitere zahnärztliche Versorgung dann nicht mehr ohne vorherige kieferorthopädische Lückenöffnung möglich machen.

Mögliche Folgen:

  • Zahnwanderung: Es kann eine unkontrollierte Wanderung der Zähne stattfinden, da die Zähne nicht miteinander abgestützt sind.
  • Zahnfleischrückgang: Da die Zähne aus dem Knochen herauswandern, kommt es mit den Jahren an einzelnen Zähnen zu sehr ausgeprägtem Zahnfleischrückgang.
  • Abnutzung der Zähne: Wenn die Zähne durch Lücken nicht sauber ineinander greifen, kann es zu übermäßiger Abnutzung der Zähne kommen.
  • Seitenzahnlücken: Diese können unversorgt zu einer erheblichen Verlängerung des Gegenzahnes führen, der dann den Biss beeinträchtigt.
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